Historisch gewachsene RLM-Konstrukte
In zahlreichen Transformationsprojekten zeigt sich immer wieder ein ähnliches Bild: Über Jahre oder Jahrzehnte gewachsene Stammdatenkonstrukte wurden fachlich korrekt betrieben, entsprechen jedoch nicht mehr den heutigen Anforderungen an Marktkommunikation, intelligente Messsysteme oder standardisierte Plattformarchitekturen.
Besonders auffällig sind dabei registrierende Lastgangmessungen (RLM). In vielen bestehenden IS-U-Systemen sind reale Geräte direkt an der Marktlokationsanlage verbaut und dort abrechnungsrelevant eingebunden. Historisch war das nachvollziehbar. Das SDRM verfolgt jedoch einen anderen Ansatz: Reale Geräte sollen ausschließlich an der Messlokation (MeLo) eingebaut werden, während die Marktlokation (MaLo) mit einem Geräteinfosatz arbeitet.
Damit wird die physische Gerätewelt bewusst von der abrechnungstechnischen Sicht entkoppelt. Die Messung erfolgt weiterhin über das reale Gerät in der MeLo, die abrechnungs- und bilanzierungsrelevanten Zählwerke liegen jedoch auf einem virtuellen Geräteinfosatz in der MaLo.
Identifikation der betroffenen Konstrukte
Die eindeutige Identifikation der umzubauenden Fälle ist bereits ein eigenes Arbeitspaket. In der Praxis haben sich hierfür mehrere technische Kriterien etabliert. Besonders hilfreich sind die OBIS-Kennzahlen aus der Tabelle ETDZ in Kombination mit den logischen Zählwerksnummern aus EASTS.
Entscheidend ist dabei die Prüfung, welche Zählwerke tatsächlich abrechnungsrelevant eingebaut sind. Zusätzlich existieren in vielen Kundensystemen individuelle Kennzeichen oder spezifische Geräte- und Registertypen, die zur weiteren Typisierung herangezogen werden können.
Gerade im Massenumfeld ist diese Typisierung essenziell. Ohne klar definierte Identifikationsregeln entstehen sehr schnell Inkonsistenzen oder Fehlumbauten.
Zusatzgeräte als weiteres Problemfeld
Ein zweites großes Problemfeld betrifft Zusatzgeräte. Auch hier weicht die Realität häufig vom SDRM-Zielbild ab. Zusatzgeräte wie Mengenumwerter, Wandler oder Messwertregistriergeräte wurden in vielen IS-U-Systemen lediglich über Geräte- oder Zählwerksbeziehungen modelliert. Abrechnungstechnische Einbauten fehlen dagegen oft vollständig.
Das SDRM betrachtet diese Geräte jedoch deutlich strukturierter. Bestimmte Zusatzgeräte enthalten abrechnungsrelevante Informationen und müssen daher sauber in die Anlagenstruktur integriert werden. Insbesondere Wandler und Steuereinrichtungen beeinflussen direkt die Abrechnung und dürfen deshalb nicht lediglich als technische Nebenobjekte behandelt werden.



